Spreizer arbeitet sich durch geliebtes Auto
Spreizer arbeitet sich durch geliebtes Auto
Michael Schmidt beweist beim Tag der offenen Tür der Gramzower Feuerwehr Nerven: Erst muss er zusehen, wie sein Gartenhaus in Flammen steht, dann wird auch noch sein erster Wagen verschrottet.
Gramzow (ih)
Christoph Raase (11) und seine Freunde Johann Partsch (12), Paul Paschütte (10) sowie dessen Schwester Maria (12) hatten am Sonnabend ihren großen Auftritt. Die Schüler engagieren sich seit vielen Jahren in der Gramzower Jugendwehr, die immerhin 20 Mitglieder zählt, und durften beim Tag der offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr zeigen, was sie schon alles können. Dazu gehört auch ein Löschangriff, wie die Mädchen und Jungen beim Löschen des Gartenhäuschens demonstrierten.
Eigentlich tat es allen Nachwuchskameraden zutiefst in der Seele weh, das schmucke Häuschen in Flammen stehen zu sehen. Denn Michael Schmidt (21) und Riko Knauft (21), die als Oberfeuerwehrmann beziehungsweise stellvertretender Jugendwart in der Feuerwehr tätig sind, hatten sich alle Mühe gegeben, das Häuschen zusammenzuzimmern und sich dabei allen möglichen Schnickschnack einfallen lassen, um ihre Mitstreiter zu überraschen. Zwei Wochen tüftelten die Feuerwehrleute an den Details. „Das Haus hatte einen Briefkasten, in dem eine Zeitung und ein Brief lagen“, erzählte Christoph Raase. „Und es hingen sogar Gardinen und standen Kunstblumen im Fenster“, ergänzte Johann Partsch.
Irgendwie war der Sonnabend ein Nachmittag zum Abschied nehmen für Michael Schmidt: Nicht nur, dass von seinem Gartenhäuschen nur noch ein Haufen Asche übrig blieb, auch von seinem Auto steht nur noch der Unterbau auf dem Gelände in der Schulstraße. Denn an Schmidts rotem Fahrzeug demonstrierten die Gramzower Kameraden ihren Gästen ihre neue Spreiz- und Schneidtechnik, die im vergangenen Jahr angeschafft worden war.
Ortswehrführer Danny Ruthenberg und seine Kameraden führten vor, was das Gros ihrer Einsätze ausmacht, nämlich Verkehrsunfälle. Kein Wunder, sichert die Gramzower Wehr unter anderem 78,6 Autobahn-Kilometer und drei Bundesstraßen ab. 40 Mal rücken die 42Aktiven im Jahresdurchschnitt aus. Für die Zuschauer war es beeindruckend zu sehen, wie die Spreiztechnik in den Kotflügel des Autos drang und wie die Schere die Holmen des Daches durchtrennte. Danny Ruthenberg erläuterte den Besuchern die einzelnen Schritte bei der Rettung von eingeklemmten Personen aus dem Fahrzeuginneren. Für die Kinder gab es darüber hinaus jede Menge Belustigungen wie Zielspritzen. Außerdem durften sie eine Runde im Feuerwehrauto mitfahren, natürlich mit Sirene, was den Kleinen besonders viel Spaß machte.
© Nordkurier.de am 06.06.2012










