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Busse fahren Kampagne

12.04.2012

Busse fahren Kampagne

Den Ortsfeuerwehren gehen die Mitglieder aus. Jetzt fahren zwei Überlandbusse Werbung, um neue und vor allem erwachsene Mitglieder zu gewinnen. An der ersten gemeinsamen Aktion der beiden regionalen Feuerwehrverbände beteiligen sich viele Unternehmen.
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Wolfgang Drewlo, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes des Landkreises Uckermark, bedankte sich ausdrücklich bei den Sponsoren, die natürlich in der neuen Buswerbung mit bedacht worden waren. [RS_CREDIT] FOTOs (2): Monika Strehlow

Uckermark (ms)  

Wer von Nachwuchs redet, meint im allgemeinen Kinder oder junge Leute. Doch bei der uckermärkischen Feuerwehr ist das immer weniger der Fall. Das zeigt die jüngste Aktion des Feuerwehrverbandes des Landkreises Uckermark e.V., der gestern mit der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) und vielen Partnern die neue Werbung auf zwei Linienbussen einweihte.
Nicht so sehr um den Nachwuchs der Jugendwehren, sondern viel mehr um Verstärkung für die aktiven Kameraden im gesamten Landkreis geht es Verbandschef Wolfgang Drewlo mit der neuen Kampagne. Noch zählen die Ortswehren im Landkreis rund 4200 aktive Frauen und Männer im Ehrenamt. „Doch nach den Erhebungen des statistischen Bundesamtes wird Brandenburg bis 2020 rund ein Drittel der Feuerwehr-Mitglieder verlieren“, erläuterte er. „Wir werden den demografischen Abwärtstrend nicht aufhalten, aber wir müssen ihn abfedern.“ Als er seine Idee dem Vorstand der Sparkasse Uckermark, Uwe Schmidt, vorstellte, stieß er sofort auf Unterstützung und erhielt Kontakt zu weiteren Sponsoren. Drewlo will solches Engagement besonders gewürdigt wissen, sodass die Firmenlogos von Sparkasse, UVG, Uckermärkischer Dienstleistungsgesellschaft, Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) und der Gesellschaft für Verkehrswerbung (GfV) auch auf den beiden Bussen fahren.
Die Sparkasse gehört seit Jahren zu den tatkräftigsten Unterstützern der uckermärkischen Wehren. „Wir helfen dort, wo gesellschaftliche Entwicklung befördert wird. Und die Feuerwehrleute sind für uns alle da, im Ehrenamt“, erläuterte Uwe Schmidt Beweggründe. Doch Werbung sei nur ein Teil, nun müssten die Ortswehren selbst aktiv werden. Einen Anfang machten übrigens die beiden Feuerwehrverbände im Landkreis. Die Plakatierung der Busse ist eine erste gemeinsame Aktion mit dem Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde e.V., ließ Wolfgang Drewlo wissen. Ist es ein Zeichen der bevorstehenden, von vielen lange erwarteten Fusion der Feuerwehrverbände?
130 Busse unterhält die UVG für die Betreibung des Öffentlichen Personennahverkehrs, war von Firmenchef Lars Boehme zu erfahren. Jeder davon fährt statistisch gesehen im Jahr rund 60 000 Kilometer durch die Region. Auch die beiden neu gestalteten Linienbusse, von denen einer auf der Strecke Templin-Prenzlau und der andere im Raum Angermünde eingesetzt wird. „Wir stellen dem Verband die Fläche für ein Jahr kostenlos zur Verfügung“, erklärte der Geschäftsführer. Er unterstützt die Feuerwehren gern, weil sie es sind, die die Straßen nach Unfällen oder Wettereinbrüchen frei halten. Darüber hinaus engagieren sich auch eigene Mitarbeiter wie der Passower Henry Schwarz aktiv in einer Ortsfeuerwehr. Ähnliche Motive bewegen auch die Stadt Prenzlau, die verstärkt in die Nachwuchswerbung investiert. So wird der diesjährige Tag der offenen Tür im Depot der Stadtfeuerwehr zum Tag der Retter deklariert, an dem sich auch THW und DRK beteiligen, informierte der Zweite Beigeordnete Dr. Andreas Heinrich. Bei so viel Rückenstärkung hegt Wolfgang Drewlo berechtigte Hoffnung, dass die Buswerbung den Wehren neue Mitglieder bringen wird. Bestärkt wird er darin durch ein besonderes Erlebnis: „Als wir im Dezember den ersten Bus mit Werbung um neue Mitglieder für die Jugendwehren einweihten, stand diese noch am selben Tag im Netzwerk von Facebook. Noch mehr Werbung kann man sich kaum wünschen.“

© Nordkurier.de am 12.04.2012